Leider lösen fremde Frauen kein Hochgefühl unter ihren Artgenossinnen aus. Doch warum machen wir es uns gegenseitig so schwer?

Als meine Freundin mit 17 eine neue Schule besuchte, ließen sie die Blicke ihrer Mitschülerinnen nicht Himmel hoch jauchzen. Statt aufmunternden, erbaulichen Worten wanderten deren Augen von ihrem Kopf zu ihren Füßen hinab. Mit ihren Augenbrauen, kritisch angehoben, fällten sie ein Urteil über sie. Ihr Glaube, dass es kein Gutes war, bestätigte sich 20 Minuten später. Da bekam sie bei der Aufteilung in Gruppen keine Partnerin ab, die mit mir zusammen arbeiten wollte. Sie war nicht nur die neue Schülerin, vor Allem war sie eine neue Konkurrentin.

Wissenschaftler glauben, dass diese Stutenbissigkeit aus dem weiblichen Wunsch resultiert, Konflikte eher verdeckt auszutragen. Da Frauen, laut ihnen, Kritik und Streit sehr persönlich nehmen und nicht auf den einzelnen Konfliktinhalt runterbrechen, neigen sie dazu, es unter der Oberfläche brodeln zu lassen. So kommt es, dass sich unser Konkurrenzkampf in Psychospielchen und „Stutenbissigkeit“ äussert.

Doch auch wenn ich die Ursprünglichkeit unserer Gefühle zu schätzen weiß, denke ich das es an der Zeit ist, dieses prähistorische Verhalten abzulegen. Als Homo sapiens sind wir schließlich, neben unserer evolutionären Prägung, auch der Vernunft befähigt und die sollte uns mehr Solidarität einflüstern.

Oder ist es tatsächlich so, dass manch eine Frau denkt sie sei von mehr als drei Milliarden Frauen auf der Welt die Schönste gewesen, bis… ja bis diese eine, Schönere durch die Tür kam? Wohl kaum.

Warum machen wir es uns dann so schwer? Erkennen die Leistungen anderer Frauen nur mit Zähneknirschen an und müssen nachts eine Beißschiene tragen? Stattdessen könnten wir und gegenseitig unterstützen und nach oben pushen. Effektiver wäre das allemal.

Foto: Tommy Schwarzbach

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