Beim Blick in die Zukunft sehen Pessimisten nur ein schwarzes Loch, dass die Privatsphäre einsaugt. Wenn ich in meine Kristallkugel schaue, erkenne ich viele Chancen.

Mit Alexa hat sich die Menschheit jetzt schon den Spion ins Wohnzimmer geholt, die Zukunft wird da nicht besser, sagt mein Vater. Ein Freund von mir befürchtet hingegen, dass wir – ähnlich wie im Film WALL·E – gänzlich auf die Anstrengung des aufrechten Gangs verzichten werden um auf fliegende Hover-Stühle umzusteigen. Ja; Bei der Offenbarung der eigenen Zukunftsvisionen ist für die meisten meiner Mitmenschen das Glas halbleer. Nur meins, dass ist halbvoll.

Wenn ich an die bevorstehenden Jahrzehnte denke, dann schlägt mein Herz schneller. Vor Freude und nicht aus Panik vorm SmartHome, dass mich beim Sex belauschen könnte. Die Angst vor der Überwachung à la Big Brother, die uns zu Sklaven unserer Technik machen kann, die habe ich nicht. Ich höre gerne Zukunftsmusik, denn in meinen Ohren klingt sie hoffnungsvoll.

Mag sein das man aus Robotern gnadenlose Kriegsmaschinen machen kann, schließlich haben sie kein Herz zum Erweichen. Doch ebenso können sie deine bettlägerige Großmutter an die Weihnachtstafel hieven. Marvel-Fans müssten Spiderman nicht dabei zusehen, wie er die Häuserwände hoch krabbelt – sie könnten mit ihren Suits selbst Superhelden sein und Spidey beim Vorbeifliegen den Stinkefinger zeigen. Und mein Traum von einem Schminkroboter, der mir das Flawless-Make-Up noch vor dem Aufstehen ins Gesicht zaubert? Er könnte Realität werden. Für mich klingt das nach rosigen Wangen und rosigen Aussichten. Schwarz-weiß war die Vergangenheit, die Zukunft wird bunt und spannend.

Dabei kann ich die Gram der Fortschritts-Kritiker nachvollziehen. Sie fürchten sich vor Kriegsrobotern, Spionen im Wohnzimmer und Atombomben die die Erde zerstören könnten. Sie fürchten die Ressourcenberaubung unseres Lebensraums, die keinen Grashalm grün bleiben lässt. Und sie haben Recht: Ihre Ängste können eintreffen. Sie können, müssen aber nicht.

Schließlich glaube ich an einen starken Selbsterhaltungstrieb in uns. Deswegen denke ich an einen lebensbejahenden Ausgang der Ereignisse und grüne Grashalme. Nur Trekkies und Star-Wars-Fans möchten von einer ressourcenberaubten Erde gebeamt werden. Sonst will Keiner einen staubigen Wüstenplaneten besiedeln, um dort Futter von Sandwürmern zu werden. Und selbst wenn wir mit den Füßen auf dem Boden bleiben, warte ich auf den Faulpelz, der sich bei der Frage meldet: Möchtest du, pummelig und hilflos, auf einem Hover-Stuhl durch eine Raumstation fliegen? Nein? Dann bist du mit deiner Antwort nicht allein.

Vielleicht ist meine Fernsicht deswegen positiv: Ich glaube an den guten Kern im Menschen und eine ebensolche Zukunft voller Möglichkeiten. Selbst wenn mir mein Schminkroboter dann mit dem Eyeliner ein Auge aussticht, ließe sich im Labor leicht ein Neues züchten.

Die Netflix-Serie Black Mirror malt ein dunkles Bild der Zukunft. Düsterer als das, was ich hier beschreibe. Trotzdem kann ich dir dieses dystopische Unikat, aus der Welt der bewegten Bilder, nur ans Herz legen. Zur Serie kommst du hier.

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