Samstagabend, 22 Uhr. Ich sitze in einem vollen Kino. Nur vereinzelt ist noch ein Platz frei. Es läuft ein Klassiker der Horrorfilmgeschichte. Scream. Beliebte, us-amerikanische Collegeschüler fürchten um ihr Leben. Und ich fürchte mich mit ihnen, zusammen mit dem Rest des Publikums. Wir halten gemeinsam die Luft an und drücken vor Schreck unsere Schultern in die Polster. Während Neve Campbell am Telefon um ihr Leben zittert. Die größte Gefahr die uns indes droht, ist der Boden der Popcorntüte.

Der Reiz liegt genau hier. Es ist die Angstlust die mich ein Ticket zu einem 90er Jahre Horrorfilm lösen lässt. Sie ist es auch, die mich nachts nicht wegschalten lässt, wenn The Fog meine Sinne vernebelt. Der Begriff beschreibt einen Zustand zwischen Angst und Wonne. Angst, weil wir um das Leben von Neve Campbell fürchten und Wonne, weil wir nach der Vorstellung sicher nachhause gehen können. Auch wenn wir während der Vorstellung am liebsten das Blut vor der Leinwand aufgewischt hätten.

Trifft uns ein Spritzer ist das nicht schlimm. Wir spülen die rote Suppe in den Abfluss. Die blutbesudelten Teenies können das nicht. Maliziös grinsend beugt sich ihr Mörder über ihre zuckenden Leiber. Die Angstlust in uns lächelt mit.

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