Rihanna, Beyoncé und Taylor Swift haben etwas gemeinsam. Sie sind überdurchschnittlich attraktiv. Dabei verdienen sie nicht mit ihrem Aussehen ihre Biomehlbrötchen, sondern mit ihren Stimmen. Wie viele populäre Musiker überzeugen die Grazien nicht bloß mit Talent, sondern mit Attraktivität. – Müssen Musiker schön sein?

Taylor Swift fällt auf der Bühne und zwischen den Mannequins der Stunde nicht auf. Sie stakst zwischen Gigi Hadid und Lily Aldridge in ihren OverKnee-Stiefeln herum, als wäre sie eine von ihnen. Nur das Mikro vor ihrem Mund identifiziert sie als Musikerin. Hätte es mit der Karriere nicht geklappt, wäre sie auch als Schönheitskönigin durchgegangen. Viele Supermodels, Entschuldigung; -musiker, teilen diese Qualifikation. Für populäre Künstler scheint Attraktivität Voraussetzung zu sein.

Da verblüfft Lady Gaga fast mit einer überraschend markanten Nase. Mit der steht sie heute allein auf weiter Flur. Schauen wir ein paar Jahrzehnte zurück, stehen an selber Stelle andere talentierte Musiker. Zum Beispiel Neil Young. Ohne seine Gitarre; Ein Redneck auf Mohrrübenernte. Mit ihr; Ein Songwriter mit dem Heart Of Gold und gleichfarbigen Platten. Oder Meat Loaf. In einem seiner Musikvideos wird die Geschichte von der Schönen und dem Biest nacherzählt. Meat Loaf mimte das Biest.

Die Wahrnehmung von Musik hat sich seitdem verändert. Die Akustik spielte damals noch eine große Rolle, seitdem haben die visuellen Reize stark zugenommen. Wir hören nicht mehr primär, wir sehen Taylor Swift auf YouTube mit den falschen Wimpern klimpern.

Doch spielt es wirklich eine Rolle wie Musiker aussehen? Schönheit allein ist ein wertloses Gut, wenn sie so inflationär vorhanden ist wie im Showbusiness. Doch Männer wie Neil Young und Meat Loaf, die früher auf großen Bühnen gespielt haben, kämen heute nur noch ans Lagerfeuer um Leute zu beklimpern, die Marshmallows brutzeln.

Schade. Denn dabei überhören wir vielleicht Talente die, aufgrund mangelnder Attraktivität, nie ins Scheinwerferlicht blinzeln dürfen.

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